Kontonummern im Internet zu veröffentlichen ist gefährlich

Gut, der Titel liest sich jetzt dramatischer als es das eigentliche Thema eigentlich ist. Dennoch bin ich vergangene Woche Opfer eines hinterhältigen Datenmissbrauchs geworden. Als ich am Freitag Abend meine Kontoauszüge durchblätterte, fiel mir eine Abbuchung in Höhe von 29,50 EUR der Firma Coolspot Germany GmbH auf. Da wurde ich skeptisch. Weder kannte ich die Firma Coolspot Germany noch habe ich in den vergangenen Wochen irgend etwas bestellt, was auch nur im Entferntesten mit dieser Firma zu tun haben könnte.

Zum Glück gibt es ja das Internet und so erfuhr ich, dass die Firma Coolspot Germany den weit bekannten Alters-Verifizierungs-Service X-Check zur Verfügung stellt. Dieser Service wird unter anderem auf vielen Erotik-Portalen eingesetzt, um sicher zu stellen, dass hier nur volljährige Personen an die Inhalte gelangen.

Um den Sachverhalt zu klären, suchte ich mir also die Servicenummer raus und hatte ein sehr informatives Gespräch mit einer mir sehr entgegen kommenden Mitarbeiterin der Firma Coolspot Germany. Die Reklamation wurde sofort aufgenommen. Aufgrund der Rechnungsnummer fand man dann auch heraus, dass ich als eigentlicher Kontoinhaber mit demjenigen, der die Zahlung auslöste, in dem er sich beim X-Check System anmeldete, nicht übereinstimmte. So wurden meine Kontodaten auch mir zugeordnet und auf eine Art Blacklist gesetzt, so dass diese nicht mehr missbraucht werden können.

Wie kommt der Übeltäter eigentlich an meine Kontoverbindung? Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Auf der Website von MM Newmedia war unter anderem auch die Kontoverbindung der Firma für jederman dargestellt. Diese habe ich jetzt erst mal entfernt, um weiteren Missbrauch vorzubeugen.

An sich ist es ja nicht weiter wild. Die Lastschrift wurde vom Konto abgebucht und kurz darauf veranlasste ich eine Rückbuchung der Lastschrift. In Deutschland ist dies ohne zeitliche Begrenzung möglich. Auch wenn die Kreditinstitute hier gern mal eine Frist von 4-6 Wochen einräumen. Indem man also die Lastschrift zurückbuchen lässt, kann man unberechtigte Abbuchungen eben zurückholen.

Was geschieht mit dem Übeltäter? Auch hier stand mir die freundliche Mitarbeiterin der Firma Coolspot Germany mit Rat und Tat zur Seite. Da das X-Check System auch eine Personalausweisnummer verlangt und diese von Coolspot Germany gespeichert wird, besteht die Möglichkeit Strafanzeige zu erstatten. Die Polizei tritt dann mit der Firma Coolspot Germany in Kontakt und lässt sich die Daten aushändigen, um den Täter ausfindig zu machen.

Na da bin ich ja mal gespannt …

About Author: Marcel
Ich bin Senior PHP Developer bei MM Newmedia. Seit 2005 bin ich begeisterter Webentwickler und arbeite als Freelancer für namenhafte Firmen und entwickle jede Menge abgefahrenes Zeug und berichte darüber in meinem Blog.

6 thoughts on “Kontonummern im Internet zu veröffentlichen ist gefährlich

  • Das ist ja schon etwas krass…man kann es aber auch positiv sehen und sagen: Deine Seite wird wenigstens im Netz gefunden… *lach*

  • Pingback: Risiken bei der Veröffentlichung von Bankdaten » MountainGrafix :: Der Webwork und Technik Podcast – Aktuelle Themenbereiche wie Webdesign, Webstandards oder auch Web2.0.

  • mit 29,50 euro warst du noch günstig dabei… von meinem geschäftskonto wurde satte 1.650,00 von der firma talkline abgebucht!

    mein zügig kontaktierte banker hat das geld im null komma nix zurück gebucht.

    der telefonanbieter – mit dem ich im leben noch nichts zu tun hatte – sperrte darauf hin „mein“ kundenkonto und teilte mir mit, dass ich glück gehabt hätte, da der betrag für die nächste abrechnung schon beim dreifachen betrag lag… (ich frage mich, wo die leute hin telefonieren…)

    man sagte mir weiter, dass momentan eine „bande“ unterwegs sein, die sich mit einem telefonkartenhändler – was ja mittlerweile jeder kioskbesitzer ist – zusammen getan hat, die dann fleissig gemeinsam verträge mit ausspionierten kontodaten abschliessen.

    bei talkline ist diese bande seit wochen bekannt und man arbeitet bereits mit der polizei an der geschichte. interessanterweise konnte/wollte man mir beim letzten telefonat (noch) kein aktenzeichen nennen, denn selbstverständlich werde ich strafanzeige erstatten.

    ich bin gespannt… werde mich nächste woche noch mal bei denen melden…

  • Das nenne ich aber schon ein recht hohes Sümmchen.

    Mittlerweile hat sich der „Schaden“ auch etwas erhöht, da sich noch einige andere Firmen bei mir gemeldet haben. Bisher konnte man aber mit allen Reden. Einige bestanden allerdings auf die übliche Bescheinigung über die Erstattung einer Anzeige, die sie auch bekommen haben.

    Ich kann jedem nur raten sofort zur Polizei zu gehen und Anzeige zu erstatten.

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  • Die Frage ist im Falle einer Anzeige aber immer, inwieweit die Polizei in der Lage ist zu ermitteln. In meinem Fall bekam ich nach einigen Monaten den obligatorischen Brief, in dem dann stand, dass die Ermittlungen eingestellt wurden, weil keinerlei weiterführende Ergebnisse zu erwarten sind. Also eigentlich das gleiche Standard Schreiben, was man auch bekommt, wenn einem das Autoradio geklaut wurde.

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